Buchrezension: Chia von Susanna Bingemer

"Chia Seeds: regulates blood sugar levels, rich in antioxidants, detoxifying, anti-inflammatory, improves brain function." – foodmatters.tv

Frohe Ostern, ihr Lieben, vom anderen Ende der Welt – zumindest von Deutschland aus gesehen!

Durch den wunderbar farbenfrohen Instagram-Account von Susanna aka eatsleepgreen bin ich auf ihr neues Buch über Chiasamen mit dem Titel "Chia – Das Superkorn für den Stoffwechsel-Kick" aufmerksam geworden.
Da ich nach meinem kürzlich erschienenen Artikel über GrünHochZwei inkl. Mango-Chiapudding-Rezept noch mehr geballte und weiterführende Informationen über dieses kleine Wunderkorn an einem Ort haben wollte und die Recherche im Internet leid war, dachte ich, dass es doch eine tolle Gelegenheit sei, in dieses gerade frisch auf dem Markt erschienene Exemplar hineinzuschauen!
Deshalb habe ich mir ihr Buch nun einmal etwas genauer angesehen und stelle es euch inkl. dreier Rezepte vor!

Struktur des Buches

Das Buch ist zunächst einmal ausgestattet mit herausklappbaren Titelseiten – vorne sind die drei Seiten gefüllt mit allerlei Informationen über Chiasamen auf einen Blick und auf den hinteren drei faltbaren Seiten findet man das 3-Wochen-Chia-Programm im Überblick und einen Text über die Autorin des Buches.
Weiterhin erwartet einen ein prall gefülltes Inhaltsverzeichnis, welches das Buch in verschiedene Kapitel gliedert.
Zuerst startet man mit der Theorie und man erfährt allerlei über die Geschichte des Chia, was darin steckt, wie und wem die Samen hilft, wo man sie kauft und wie man sie verwendet.
Dann, nach rund 33 Seiten Theorie, folgt die Praxis und wie man mit Chiasamen den Stoffwechsel ankurbeln kann. Es wird erst das 3-Wochen-Programm erklärt, das in groben Zügen aus der Vorbereitung, der ersten Woche mit je zwei EL Chia, der zweiten Woche mit vier EL Chia und der dritten Woche mit sechs EL Chia besteht. Anschließend wird näher auf das Trinken eingegangen und es gibt obendrauf noch ein interessantes Interview sowie ein kleines Guten-Morgen-Workout, welches den Stoffwechsel anregen soll.
Danach folgen die Rezepte des 3-Wochen-Programms, gefolgt von köstlichen Chia-Rezepten für jeden Tag – von Frühstücksideen, Snacks und Dips, über Hauptgerichte sowie Desserts und Gebäck mit Chiasamen.
Das Buch endet mit dem Service – weiterführende Lektüre, Adressen, Sach- und Rezeptregister sowie Impressum.

Bevor es mit der Theorie losgeht, richtet sich die Autorin mit einem kleinen, persönlich und informativ gehaltenen Text an die Leser.

Der theoretische Teil selbst wird von allerlei kleinen Kästchen unterbrochen, die noch mehr Tipps und Informationen liefern – wie man z.B. Chia selbst ziehen kann, die Nährstoffe von Chiasamen auf einen Blick oder auch kleine Anmerkungen der Autorin.
Was ich sehr schön finde, ist, dass auch auf Leinsamen eingegangen wird, da diese ja oftmals als heimische Alternative zu den weit gereisten Chiasamen gesehen werden. Hier wird u.a. noch einmal näher auf die Unterschiede zu Chiasamen, den Preis und die Ökobilanz eingegangen.
In dem Kapitel "Wie und wem Chia hilft" werden unterschiedliche Personengruppen betrachtet und wie Chiasamen hier wirken können – Menschen mit Diabetes, Personen, die Probleme mit Entzündungen oder Magen-/Darmbeschwerden haben, an Übergewicht oder Schlafproblemen leiden. An und für sich sind Chiasamen für alle Menschen geeignet – für diejenigen, die Sport treiben, für welche, die abnehmen wollen, unter hohem Blutdruck oder Glutenunverträglichkeit leiden, für Vegetarier. Aber es wird auch darauf hingewiesen, welche Personengruppen vorsichtig beim Verzehr mit Chiasamen sein sollten. In dem Kapitel finden sich sogar kleine Beautytipps, wie man sich mit Chiasamen bspw. Peelings oder Masken für Hände und Gesicht herstellen kann.

Im Praxis-Kapitel des Buches wird zunächst das 3-Wochen-Programm näher erläutert. Gestartet mit der Vorbereitung, die in etwa eine Woche vorher begonnen werden sollte, soll nach Möglichkeit auf Fleisch, Weißmehl, Industriezucker, Fertigprodukte, Fast Food, Rauchen und Alkohol verzichtet werden. Stattdessen heißt es: leichte Kost mit viel Gemüse in jeglicher Form! Gut wäre es, wenn bereits hier zweimal täglich eine halbe Stunde vor dem Essen ein Glas Chia Fresca und generell über den Tag mind. 1,5 Liter Flüssigkeit getrunken wird.
Weiter geht es mit den Erläuterungen zu den kommenden drei Wochen, in denen man sich von täglich 2 EL Chiasamen auf letztendlich 6 EL in den Speisen steigert.

Bevor es zu den Rezepten geht, folgt ein Interview mit dem Sportwissenschaftler Marco Böning, der das Unternehmen MARC MAXWELL betreibt, und auch das bebilderte Guten-Morgen-Workout für den Stoffwechsel entwickelt hat.

Anschließend folgen die Rezepte für das 3-Wochen-Programm sowie Rezepte für jeden Tag – bei vielen sind Varianten angegeben, die meisten sind als vegan, einige vegetarisch ausgezeichnet, meist mit veganer Variante. Auch rohe und glutenfreie Rezepte sind dabei, die auch extra so deklariert werden. Zudem enthalten alle Rezepte Zeitangaben für die Zubereitung sowie Nährwertangaben pro Portion.

Auf den letzten Seiten findet sich dann der wie bereits vorher angekündigte Service-Teil, bevor das Buch mit dem ausklappbaren 3-Wochen-Programm endet.

Rezept No. 1 – Aprikosen-Energy-Balls (S. 70)

Für 25 Stück, 30 Minuten Zubereitung, 3–4 Stunden Kühlen
Pro Stück ca. 55 kcal, 2 g E, 4 g F, 3 g KH
vegan, glutenfrei

125 g Mandeln, 1/2 Bio-Zitrone, 1 EL Kokosöl, 100 g getrocknete weiche Aprikosen, 1 EL Kakao-Nibs, 1 EL Chia-Samen, 1 EL Mandelmus, 1 EL Kokosraspel, 1 EL Maca-Pulver

Die Mandeln mit Blitzhacker zu Mehl zerkleinern. Zitrone heiß waschen, abtrocknen, etwa die Hälfte der Schale abreiben und auspressen.
Kokosöl erhitzen, bis es flüssig wird, mit 1 EL Zitronensaft, Zitronenabrieb, Aprikosen, Kakao-Nibs, Chia-Samen und Mandelmus zu den Mandeln geben und im Blitzhacker zu einem klebrigen Teig verarbeiten.
Aus dem Teig etwa 25 Kugeln in Pralinengröße formen. Ein Drittel der Kugeln in Maca-Pulver wälzen, ein weiteres Drittel in den Kokosraspeln, die restlichen Kugeln bleiben ohne Umhüllung. Die Kugeln vor dem Verzehr im Kühlschrank in 3 – 4 Std. fest werden lassen.

Gestaltung des Buches

Das Format ist praktisch und typisch für den GU-Verlag – klein, handlich und annähernd quadratisch.
Die Fotos sind in wunderschönen sanften Farben gehalten, das Geschirr und die Deko sind pastellig, so dass das Essen besonders gut herauskommt und wahnsinnig appetitlich aussieht!
Die Gestaltung des Buches ist gut gelöst – die regelrechte Informationsflut wird durch kleine Infokästchen, Tipps oder persönliche Anmerkungen der Autorin aufgelockert.
Die Zutatenlisten sind nicht sehr lang, vieles habe ich davon bereits Zuhause!
Auch schön: nach vielen Rezepten folgen Varianten, Infos zu einzelnen Zutaten oder Tipps, was zu dem Gericht schmecken könnte.

Rezept No. 2 – Heidelbeer-Cashew-Cake (S. 88)

Für 1 kleine Springform mit 12 Stück (ca. 15 cm Durchmesser), 25 Min. Zubereitung, mind. 6 Std. Einweichen, ca. 2,5 Std. Kühlen und Ruhen
Pro Stück ca. 185 kcal, 4 g E, 13 g F, 13 g KH
vegan, roh, glutenfrei

Für den Boden: 50 g Sonnenblumenkerne, 80 g weiche Datteln, 3 EL Chia-Samen
Für die Füllung: 150 g Cashewkerne, 1 Bio-Zitrone, 60 g Kokosnussöl, 3 EL Ahornsirup, 200 g Heidelbeeren (frisch oder TK), 100 g frische Heidelbeeren zum Garnieren

Die Cashewkerne mindestens 6 Std. in Wasser einweichen.
Für den Boden die Sonnenblumenkerne im Blitzhacker zu Mehl mahlen. Datteln grob hacken und im Blitzhacker zerkleinern, bis sich eine zähe Masse gebildet hat. Sonnenblumenkernmehl und Chia-Samen zugeben und alles zu einer Art Teig verkneten.
Die Springform mit Backpapier auslegen. Den Teig auf dem Boden verteilen und leicht andrücken. Dann in den Kühlschrank stellen.
Für die Füllung die Zitrone heiß abwaschen, abtrocknen und mit einer Reibe etwa die Hälfte der Schale abreiben. 1 Zitronenhälfte auspressen. Die eingeweichten Cashewkerne mit kaltem Wasser abspülen und mit 4 – 5 EL Wasser, 1 EL Zitronensaft, Kokosnussöl, Ahornsirup, Beeren und Zitronenabrieb nach Belieben in einem Blender zu einer cremigen Masse verarbeiten.
Die Cashewcreme gleichmäßig auf dem Kuchenboden verteilen und glatt streichen. Den Kuchen mindestens 2 Std. im Tiefkühlgerät fest werden lassen. Dann mindestens 20 Min. vor dem Servieren aus dem Tiefkühler nehmen, damit er Raumtemperatur annehmen kann. Mit den frischen Heidelbeeren garnieren.

Ausprobiert!

Ich liebe Pudding. Ich liebe Schokolade. Ich liebe Beeren. Also gab es für mich – ganz klar – den Schoko-Bananen-Pudding mit Beeren, den ihr auf Seite 84 finden könnt! Suuuuper lecker und unbedingt zu empfehlen!

Auch die Aprikosen-Energy-Balls (S. 70) haben es mir angetan, weshalb ich euch weiter oben auch bereits das Rezept vorgestellt habe! Anstelle von Aprikosen kann man für diese leckeren kleinen Kugeln auch weiche Datteln verwenden. Mit nur 30 Minuten Zubereitungszeit und etwas Geduld beim Kühlen hat man relativ fix diesen tollen Snack, der vegan und glutenfrei ist. Die Kugeln funktionieren übrigens auch ganz hervorragend ohne Kokosöl – ich hatte gerade keines zur Hand und habe es einfach mal ausprobiert!

Ich als Süßnase werde auch ganz bald mal die Schoko-Mandel-Cookies, die Kirsch-Zimt-Muffins und die Linsen-Fritter mit Aprikosen-Salsa ausprobieren!

Fazit

Was ich sehr schön finde: die herausklappbaren Außenseiten! So hat man z.B. den 3-Wochen-Plan direkt auf einen Blick, ohne, dass lange im Buch danach gesucht werden muss!
Auch das kleine, praktische Format spricht mich sehr an – es lässt sich so z.B. super mit zum Einkaufen nehmen.
Sehr interessant finde ich die Nährwertangaben zu den einzelnen Rezepten – für diejenigen unter euch, die besonders auf die Zusammensetzung der Hauptbestandteile Kohlehydrate, Fett und Eiweiß achten ist das sicherlich von Vorteil! Ich gucke meist eher nur auf die Kalorienzahl, obwohl ich das auch eher informativ finde und mich nicht strikt an irgendein Limit halte.
Auch die Zubereitungszeiten finde ich super – so weiß man direkt, auf was man sich in etwa einstellen muss!
Die kurzen Zutatenlisten sind ebenfalls ideal: das meiste habe ich da, was das Ganze handhabbarer und leichter umsetzbar macht!
Und zum Schluss: Die Fotos machen Appetit und Lust aufs Kochen, denn Chia ist viel mehr als Pudding, Müslizutat oder Topping! Das wird mit diesem Buch auch mehr als deutlich!

Rezept No. 3 – Chia Fresca (S. 45)

Für 1 Glas, 5 Min. Zubereitung, 10 Min. Kühlen
Pro Portion ca. 70 kcal, 2 g E, 3 g F, 8 g KH

1/2 Zitrone, 1 EL Chia-Samen, 1 TL Ahornsirup (ersatzweise Honig)

Die Zitrone auspressen.
Zitronensaft, Chia-Samen, Ahornsirup und 250 ml Wasser mit dem Schneebesen verrühren und ca. 10 Min. im Kühlschrank kalt stellen.
Vor dem Servieren noch einmal umrühren. An heißen Tagen nach Belieben Eiswürfel dazugeben und mit Minzblättchen garnieren.

Und hier noch einmal die Eckdaten für das tolle Buch rund um Chia-Samen:
„Chia – Das Superkorn für den Stoffwechsel-Kick„ von Susanna Bingemer, erschienen im GRÄFE UND UNZER Verlag aus der Reihe GU Ratgeber Ernährung, Fotograf: Kramp + Gölling, 96 Seiten mit ca. 70 Fotos, ISBN: 978-3-8338-5627-3 , Format 16,5 x 20 cm, Klappenbroschur, 12,99 €.

Die Fotos zu den Rezepten sind allesamt aus dem Buch und von dem Fotograf Kramp + Gölling - wunderbar gemacht! Die Fotos vom schokoladigen Chiapudding, den ich ausprobiert habe, sind allerdings von mir.

Herzallerliebste Grüße, Marieke

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