Fair Fashion & GreenPosh

Früher habe ich mir laufend neue Schuhe gekauft, relativ unreflektiert. Aber irgendwann im Laufe meiner Ernährungsumstellung habe ich mich zunächst mit veganer Kosmetik und anschließend auch immer mehr mit meiner Kleidung auseinandergesetzt.

Was feststand: Ich wollte keine Kleidung mehr mit bzw. aus tierischen Materialien kaufen, vor allem kein Leder, sehr gerne Fair Trade und am liebsten noch in Bio-Qualität. Aber da mir irgendwie, zumindest noch zu dem Zeitpunkt die passenden Alternativen fehlten, habe ich mir einfach eine ganze Weile überhaupt nichts gekauft. Mein Portemonnaie freute sich. Da ich aber nun, nach einer gefühlten Ewigkeit, dringend neue Stiefel- bzw. Stiefeletten benötigte, da meine nun auch nach ausdauernder Pflege und mehrmaligem Hacken- oder Sohlenwechsel so langsam einfach nicht mehr so ansehnlich sind, wie ich sie gerne hätte, habe ich mich auf die Suche gemacht - erst in Geschäften, wo ich nicht fündig wurde, und dann im Internet, wobei ich u.a. auf den Shop GreenPosh gestoßen bin, den ich euch weiter unten gerne vorstellen möchte.
Während meiner Suche im Internet nach neuen herbst- und wintertauglichen Stiefeletten bin ich auch auf Seiten gestoßen, die die Lederindustrie sowie Fair Trade näher behandeln. Diese Infos möchte ich euch nicht vorenthalten und euch eventuell auch zu einem Umdenken inspirieren.

Die meisten schönen Schuhe, die in den immer gleichen Shops zu finden sind, werden oftmals aus Leder hergestellt, ein großer Teil davon aus Leder von Kühen oder Kälbern. Allerdings wird auch die Haut von Schafen, Lämmern, Schweinen, Ziegen oder Pferden, die wegen ihres Fleisches getötet werden, für Lederprodukte verwendet. Aber auch andere Tierarten, wie bspw. Katzen oder Hunde, bleiben nicht verschont. Das aus der Tierhaut gewonnene Leder wird meist mit Chrom gegerbt (ca. 90%), wobei mit Chrom belastetes Material als gefährlich eingestuft ist. Eine Gerberei verschwendet Unmengen an Wasser und auf eine Tonne Leder kommt beinahe wieder eine Tonne an Feststoffabfällen und ebenso große Mengen an giftigen Schlicken. Diese giftigen „Abfallprodukte“ der Gerbereien führen u.a. dazu, dass Grenzwerte für Blei, Formaldehyd und Zyanid im Grundwasser, das die Gerbereien umgibt, überschritten werden. Außerdem wird Arsen sowie Chrom, was (oftmals) in den Gerbereien eingesetzt wird, mit den Lungenkrebserkrankungen der Angestellten in Verbindung gebracht.
Die Giftstoffe aus den Produktions- und Fertigungsstätten lassen sich auch in den Lederprodukten finden, die wir hier in den Geschäften kaufen können. Die stärkste Überschreitung des Grenzwertes wurde übrigens bei Lederschuhen gemessen, wo vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in jedem dritten Schuh der krebserregende Stoff gefunden wurde.
Für mich alles Gründe, um keine Lederprodukte mehr zu kaufen und nach und nach meinen Kleider- sowie Schuhschrank, sobald wieder Bedarf ist, umzurüsten. Wie es sich mit anderen tierischen Materialien, wie bspw. Wolle etc. verhält, findet vielleicht an anderer Stelle hier auf dem Blog noch seinen Platz.

Aber wieso denn auch noch nach MöglichkeitFair Trade? Kleidung mit dem Fair Trade Logo garantiert eine ökologisch korrekte Liefer- sowie Produktionskette und sorgt für einen faireren und kontrollierten Handel. Die Existenz der Erzeuger der Rohstoffe und gehandelten Produkte wird gesichert und alle Rohstoffe sowie auch das Endprodukt werden unter menschenwürdigen Bedingungen verarbeitet und auch zu realistischen Konditionen entlohnt.

Nun aber zurück zum Ausgangspunkt - das „Schuh-Problem“. Da ich eine ganz spezielle Vorstellung von Schuhen hatte, die mich durch diesen und noch viele weitere Herbst- und Wintermonate begleiten sollten, bin ich auf der Suche nach den für mich richtigen Stiefeletten, wie oben bereits erwähnt, auf GreenPosh gestoßen.
Meine Wahl ist auf dieses tolle Paar gefallen! Sie sind von MATT & NAT, wobei der Name der Marke für "Mat(t)erial & Nature" steht. 1995 in Montreal, Kanada, gegründet, gibt es die Taschen und Schuhe mittlerweile, neben Kanada, auch in Geschäften in den USA, England, Japan, Deutschland und Australien zu kaufen. Die Menschen hinter MATT & NAT lassen sich von der Natur und den Farben um sie herum inspirieren und legen u.a. viel Wert auf soziale Verantwortung und Authentizität. Sie wollen die Natur schützen und verbessern deshalb auch fortwährend ihre Vorgehensweisen. Je nach Saison suchen sie nach neuen innovativen Wegen, um nachhaltig und umweltfreundlich zu bleiben und verzichten dabei komplett auf die Verwendung von Leder sowie anderen tierischen Materialien. In den vergangenen Jahren wurde von MATT & NAT viel mit unterschiedlichen Recycling-Materialien experimentiert und seit 2007 besteht das Futter für Taschen sowie Schuhe aus 100% recycelten Plastikflaschen (pro Tasche ca. 21 Flaschen). Seit einiger Zeit verwenden sie zudem recycelte Fahrradreifen in den Kollektionen. Auch werden in der Produktion verschiedene vegane Leder genutzt, wie bspw. Polyurethan und Polyvinylchlorid, oder auch Recycling-Nylon, Kork oder Gummi. Die Produkte werden in kleinen Fabriken in China hergestellt, zu denen MATT & NAT lang bestehende Beziehungen pflegt. Sie arbeiten zudem nur mit Firmen zusammen, die im Einklang mit den Werten von MATT & NAT stehen und überprüfen dort in regelmäßigen Abständen die Standards. Die Produkte von MATT & NAT haben einen zeitlosen und langlebigen Stil, sind praktisch und aufgrund ihrer langlebigen und strapazierfähigen Materialien als nachhaltig zu bezeichnen.

Auch die Gründerin von GreenPosh, Sabine Rode, setzte sich vor einigen Jahren im Laufe ihrer Ernährungsumstellung mit ähnlichen Dingen und Fragen auseinander wie ich und suchte nach nachhaltigen und nach Möglichkeit lederfreien Accessoires und Schuhen, wurde aber ebenfalls nicht so recht fündig. Mit dem bereits nötigen Erfahrungsschatz durch vorherige Jobs entstand die Idee zu GreenPosh, wo sie Accessoires und Schuhe für Modebewusste verkaufen wollte. Um zu zeigen, dass Nachhaltigkeit und Trends sich nicht ausschließen, bietet sie in ihrem Shop in Berlin - Prenzlauer Berg sowie im Onlineshop modische Schuhe, Uhren, Taschen sowie auch Schmuck und weitere Accessoires wie Gürtel, Schals oder Mützen an.

Viel Wert wird dabei auf die Qualität der einzelnen Produkte gelegt, die zudem klassisch sowie nachhaltig sind. Sie entschied sie sich dafür, nachhaltig produzierte Ledertaschen sowie auch vegane Taschen in einem Shop anzubieten. Dies kann sicherlich einige Veganer abschrecken, aber da jeder eigenverantwortlich handelt, kann somit auch jeder selbst für sich entscheiden, was er kaufen möchte und akzeptiert auch andere Meinungen sowie ein anderes Kaufverhalten.
Zu den Marken, die bei GreenPosh zu finden sind, gehören u.a. Matt & Nat, TOMS, Kaliber Fashion, Kerbholz und a beautiful story. Eins haben alle im Shop vorhandenen Marken gemeinsam - neben dem modischen Aspekt und der guten Qualität müssen sie wenigstens ein Kriterium für Nachhaltigkeit erfüllen, sei es nun, dass es sich um ein veganes Produkt handelt, es aus Upcycling- oder Eco Leder hergestellt ist, Fair Trade produziert wurde, uvm..
Mit dem Code KOO-Z26CE8-10 erhaltet ihr übrigens 10€ auf eine Bestellung im Wert ab 50€ bei GreenPosh!

Wie handhabt ihr das mit veganer, biologischer und/oder Fair Trade Kleidung? Was sind eure Lieblingsshops oder -labels?

Herzallerliebste Grüße,
Marieke

In freundlicher Kooperation mit GreenPosh
Fotos teilweise zur Verfügung gestellt von GreenPosh

Mehr Infos zum Thema Lederproduktion sowie Fair Trade findet ihr bspw. bei PETA oder auch bei fairtradekleidung.

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