Neuseelands Südinsel – Pt. 1

"So I make a list of unownable things that make me happy. I write: You. The sea. The sun. The trees. The birds. The sky. The time I have left with you under the sun." - Under the Sun by Hymns of Nineveh

Kia Ora aus Neuseeland!

Die ersten zwei Wochen sind nun rum und ich wollte euch einmal wissen lassen, was wir in der Zeit alles ausgefressen haben!

Christchurch

Zunächst kamen wir nach einem sehr angenehmen, aber langen Flug (das vegane Essen war sooo lecker – danke Emirates!) in Christchurch an, wo wir drei Nächte im Vagabond Backpacker Hostel verbrachten. Ganz okay, aber es gibt sicherlich Bessere! Es hat seine besten Zeiten wohl schon hinter sich. Ebenso Christchurch, leider! Die Stadt war sicherlich mal sehr schön, wird nun aber leider aufgrund des Erdbebens geziert von zig Baustellen, Baukränen und großen Containern. Sehr schade, ich hätte zu gerne gewusst, wie die Stadt vorher ausgesehen hat.

Wir hatten an zwei Tagen echt Glück mit dem Wetter und haben den Hagley Park inkl. Botanischem Garten erkundet, was ich sehr empfehlen kann, wenn man dort ist. Man kann in den schön angelegten Grünanlagen einige Stunden zubringen und es wird nie langweilig.

Am nächsten Tag sind wir zu Fuß an den Brighton Beach gegangen, teilweise durch etwas seltsam anmutende Wohngegenden, aber letztendlich haben wir es doch dorthin geschafft und hatten auf einmal den Pazifik vor uns.

Von Christchurch nach Kaikoura

Am letzten Tag in Christchurch holten wir dann auch unseren Mietwagen ab und es ging los nach Kaikoura. Links fahren - so komisch, aber man gewöhnt sich dran!
Das Wetter wollte nicht so recht mitspielen und es hat die ganze Zeit, in der wir in Kaikoura waren, nur geregnet. Also haben wir uns gegen eine Whale-Watching-Tour in der Zeit entschieden. Am ersten Abend sind wir noch zum Strand gegangen und konnten dafür in der Ferne aber schon Wale ausmachen.

Das Motel, in dem wir die zwei Nächte verbrachten, war eine absolute Vollkatastrophe (A1 Motel & Holiday Park), was den Aufenthalt in Kaikoura nicht gerade besser machte, da man bei dem Wetter auch nicht viel unternehmen konnte.
Wir sind lediglich zu einem Punkt am Kaikoura Peninsula Walkway gefahren, wo wir Seelöwen beobachten konnten – etwas getrödelt und zack war der Weg zum Auto vom Wasser abgeschnitten und wir mussten durch wadentiefes Wasser zurück zum Auto laufen.

Tja, wir hätten ein wenig darauf achten sollen, dass die Flut langsam einsetzte und der Regen sein Übriges tat. In der ersten Nacht wurden wir zudem durch ein Erdbeben geweckt. Es war kein schweres, aber für uns völlig ungewohnt. Es folgten zwei weitere kurze Beben innerhalb der nächsten 30 Minuten, an einen ruhigen Schlaf war dann nicht mehr wirklich zu denken. Man merkt vielleicht – Kaikoura war uns nicht sonderlich wohlgesinnt. Sollte wohl einfach nicht sein!

Von Kaikoura nach Picton

Es ging dann nach einer weiteren recht schlaflosen Nacht früh morgens nach Picton – aufgrund des Erdbebens war die direkte Verbindung, die verhältnismäßig kurz ist, leider gesperrt, so dass wir einen extremen Umweg durch's Land fahren mussten, was um die 6 Stunden dauerte.

Spätnachmittags kamen wir dann endlich in dem kleinen Küstenstädtchen an und wurden mit einem so traumhaft schönen Hostel überrascht – dem Jugglers Rest! Wunderschöne Zimmer, tolle Betten, alles sauber, nette und wenige Leute, frisches Obst und Gemüse sowie Kräuter im Garten, die wir verwenden durften, ein Kamin im Gemeinschaftsraum, eine süße Katze (Ommi hieß sie) ... Perfekt!

Am ersten vollen Tag in Picton spielte das Wetter wieder nur so halbwegs mit, aber das machte nichts, da es verhältnismäßig warm war. Wir entschieden uns den Snout Walk zu gehen, wo man einen tollen Blick auf die Marlborough Sounds hat.

Vom vielen Regen war das nicht ganz ungefährlich und der Weg war teilweise sehr matschig – große Ausrutschgefahr! Der Blick auf die Sounds war aber trotzdem sehr schön und der etwas beschwerliche Weg hat sich auf jeden Fall gelohnt!

Am kommenden Tag war das Wetter richtig gut und wir sind vom Hafen in Picton über den Shelley Beach zur Bob's Bay gewandert. Wieder teilweise sehr matschig und rutschig, aber was soll's! Freddie, den wir im Hostel kennengelernt hatten, begleitete uns. Angekommen in der kleinen Bucht schwamm dort auch direkt ein kleiner Seehund, es waren kaum Menschen dort und wir hatten einen schönen Blick auf die Boote, die Marlborough Sounds und die Buchten. Ich lief am Strand entlang, die Jungs flippten Steine. Zurück haben wir einen anderen Weg genommen, es ging rauf auf einen Berg mit Blick über den Hafen und die Landschaft. Wieder zurück im Hostel wurde die Hängematte auf der Veranda genutzt, lecker Essen gekocht und danach ging es noch wieder kurz in die Stadt!

Von Picton nach Nelson

Am nächsten Tag mussten wir leider schon aus dem tollen Hostel auschecken und sind dann über den Queen Charlotte Drive, der einen klasse Blick über die Marlborough Sounds bietet, nach Nelson gefahren – Freddie hatten wir wieder im Gepäck, der ebenfalls das Honey Suckle Hostel ansteuerte.

Hier ist am Sonntag – Ostersonntag – wirklich tote Hose gewesen und so standen wir bei Countdown (ein Supermarkt) vor verschlossenen Türen – in anderen Städten hätte er hingegen geöffnet gehabt, aber was soll's. Also zurück durch die kleine Innenstadt zum Hostel. Trotz Regen sind wir, Nils und ich, dann noch zum Centre of New Zealand gegangen, wofür wir einen kleinen Berg besteigen mussten, von wo man einen schönen Blick über den Hafen und die umliegende Landschaft hat. Bei besserem Wetter sicherlich noch eindrucksvoller! Ansonsten passierte an diesem Tag nicht mehr viel – wir blieben drinnen und spielten zu dritt UNO und Scrabble.
Am nächsten Tag hatte Nils Geburtstag. Wir fuhren nach Motueka und liefen dort einen Teil des Motueka Coastal Tracks entlang, der zu weiten Teilen über eine Landzunge führte, die ins Meer ragte.

Auf dem Rückweg kauften wir noch richtiges Brot – zur Feier des Tages quasi, da wir eine europäische Bäckerei entdeckt hatten – deutsches Mehl, deutscher Ofen, deutscher Bäcker. Mein Freund freute sich wie irre und das ganze Auto roch nach Brot! Wieder zurück in Nelson gingen wir noch groß Lebensmittel einkaufen und kochten etwas Feines zum Abendessen. Kurz ins Hostel und nochmal zurück in die Innenstadt, wo kurz vorher noch der Bär steppte – wir waren aber leider minimal zu spät, um 17 Uhr hatte bereits fast alles zu und es war gähnende Leere in den Straßen. Also zurück ins Hostel und den Abend mit lecker Essen, Brombeereis vom Hostelleiter Rob (Danke, Rob!), UNO und Freddie verbracht.
Am nächsten Tag mussten wir leider schon auschecken, auch hier hatte es uns sehr gut gefallen, man fühlte sich wie ein gern gesehener Gast und ein bisschen wie Zuhause!

Von Nelson nach Motueka

In Motueka, nicht weit von Nelson entfernt, übernachteten wir in der Hatrick Lodge. Beim iSite, dem Infozentrum für Touris in Neuseeland, informierten wir uns darüber, wie wir den Abel Tasman Nationalpark erkunden können – wir entschieden uns für eine Bootstour ("Bridge, Seals & Walk") am nächsten Tag mit dem Sea Shuttle, wo man uns am Medlands Beach rauslassen würde, um zurück zum Anchorage Beach zu laufen, wo wir am Nachmittag wieder eingesammelt wurden.

An dem Tag fuhren wir aber erst einmal so zum Abel Tasman und liefen zur Split Apple Bay, eine ca. 12 km lange Tour. Tolle Strände, tiefgrüne Bäume, Palmen, sonderbare Vögel – herrlich! Nach einem abenteuerlichen Weg hinunter zum Strand, der ziemlich steil, rutschig und gefährlich war, wurden wir mit einem wunderschönen Sandabschnitt belohnt – und jeder Menge Sandflies. Nunja! Zurück in Motueka kauften wir noch einen nachträglichen Geburtstagskuchen für Nils und genossen den Abend nach diesem tollen Tag im Nationalpark!
Am darauffolgenden Tag ging es schon kurz nach Acht mit dem Shuttle zum Kaiteriteri Beach, von wo aus unser Boot ablegte. Wir starteten Richtung Medlands Beach vorbei an einer Seehundkolonie, dem Split Apple Rock, Adele Island und vielen wunderschönen Stränden und Buchten.

Am Strand abgesetzt folgten wir dem Weg zu einem nahegelegenen Strand, von wo aus wir dann weiter Richtung Anchorage Beach liefen, wo wir wieder abgeholt wurden. Während des wieder rund 12 km langen Weges kamen wir an diversen "Pools" vorbei, u.a. auch Cleopatras Pool.

Wir gingen Berge hinauf und hinunter, sahen lange goldgelbe Strände, Palmen, hörten die verrücktesten Vogelstimmen.

Irgendwann kamen wir dann am Anchorage Beach an, wo wir noch so viel Zeit hatten, dass wir ein wenig das Meer und den Strand genießen konnten.

Mit Volldampf ging es zurück zum Kaiteriteri Strand, von wo aus wir mit dem Shuttle wieder nach Motueka gebracht wurden. Wir waren von dem langen Tag mit Wind, Wasser, Palmen und viel Sonne ziemlich müde, machten uns nur noch etwas zu Essen und gingen zeitig ins Bett, denn am nächsten Tag stand uns eine lange Autofahrt bevor.

Von Motueka über Puponga nach Westport

Nachdem wir ausgecheckt und alles wieder im Auto verstaut hatten, fuhren wir zunächst zum Farewell Spit, wo wir uns einige Zeit aufhielten und die Aussicht genossen. Es ging wieder zurück über Motueka nach Richmond. Ab dort schlängelte sich die Straße eine gefühlte Ewigkeit die Berge hinauf und wieder hinunter.
Wir hielten noch kurz am Hawkes Lookout, von wo aus man das Meer, die umliegenden Berge und die vielen Apfel- und Weinanbaugebiete sehen konnte.
Nach einer sehr, sehr langen Autofahrt kamen wir erst im Dunkeln in Westport an, wo wir im Bazil’s Hostel & Surf School für eine Nacht blieben. Ein echt cooles Hostel, vielleicht ein bisschen groß, aber eine tolle Atmosphäre! Dort würde ich auch noch einmal hin!
Viel von Westport gesehen haben wir aber leider nicht, es war ja bereits dunkel, wir kauften nur noch kurz etwas ein, aßen und dann ging es auch schon ins Bett.

Von Westport über die Pancake Rocks zum Franz Josef und Fox Glacier

In Westport fuhren wir noch kurz zum Carters Beach, wo ich den schönsten schwarz-glitzernden Sand überhaupt sah! Wir schauten ein wenig den Wellen beim Heranbrausen an den Strand zu und fuhren dann Richtung Pancake Rocks.

Die waren sehr schön, hatte ich mir allerdings ein wenig spektakulärer vorgestellt, auf den Fotos, die man so im Internet sieht, sehen die Felsformationen immer viel größer aus. Aber interessant und sehenswert war es trotzdem, ohne Frage!

Nach einer ewig langen Fahrt kamen wir dann beim Fox Glacier an, wo wir für zwei Nächte ein Vierbettzimmer im Ivory Tower Hostel bezogen. Nicht so ganz mein Ding, muss ich gestehen, ich kam mir ein wenig vor wie auf Klassenfahrt und habe kaum geschlafen. Aber man muss ja auch mal aus seiner Komfortzone, richtig? Das Hostel war aber ansonsten ganz gut, man kann dort ruhig in Weilchen bleiben!
Am Abend ging es noch zum Fox Glacier Lookout und zu einer warmen Quelle. Ansonsten passierte nicht mehr viel, da ich den Abend nutzte, um diesen Beitrag hier weiterzuschreiben.

Am nächsten Tag fuhren wir zum Franz Josef Glacier, wo wir uns eigentlich den Roberts Point Walking Track vorgenommen hatten. Zunächst ging es durch grüne Palmenwälder zu einer Hängebrücke, wonach wir noch zwei Bäche überqueren mussten. Als der Weg immer beschwerlicher wurde und wir bereits ziemlich viel Zeit verloren hatten, entschieden wir uns dafür umzukehren, da der Weg rund 5 Stunden Zeit in Anspruch genommen hätte und wir sonst wohl erst im Dunkeln zurück wären, was bei den Wegverhältnissen sicher nicht ganz ungefährlich ist. Also zurück zum Parkplatz und auf normalem Wege zum Franz Josef Gletscher – auch ein sehr schöner Weg!

Zurück im Hostel wurde wieder gekocht – Nudeln mit Tomatensoße, welch Wunder (schmeckt aber immer noch!). Abends saßen wir noch auf der Veranda und genossen die Aussicht!
Am nächsten Morgen packten wir unsere Sachen und es ging mit dem Auto über Wanaka nach Queenstown.

Jetzt sind wir in Queenstown und das war’s auch erst einmal, was wir in den ersten beiden Wochen in Neuseeland so erlebt haben! Uns gefällt es hier sehr, sehr gut, leider sind die Sprit- und Lebensmittelpreise sehr hoch, aber das wussten wir ja schon vorher. Obwohl – Sprit hatten wir uns günstiger vorgestellt, aber was soll’s! Man ist ja wohlmöglich nur einmal hier, dann nimmt man das gerne in Kauf!
Nun bin ich erst einmal gespannt auf das kleine Städtchen hier, was sonst noch alles so passiert und was wir noch alles erleben werden!

Habt einen wunderbaren Sonntag!

Herzallerliebste Grüße, Marieke


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